zur Startseite gehen
Das Wetter in Köpenick

Köpenick von A-Z

Wendenschloß

Wendenschloß liegt in südlicher Richtung etwa 3,5 km von der Altstadt Köpenick entfernt, am Ufer des Langen Sees.
Der frühere Name von Wendenschloß war Eichhorn. In Wendenschloß gab und gibt es leider kein Schloß. 1516 wurde das Eichhorn erstmals urkundlich erwähnt. Der Wald wurde als Jagdgebiet und die Gewässer wurden zum Fischfang genutzt. Ansiedlungen gab es nicht. Um 1870 werden die Wälder der Müggelberge immer mehr zur Erholung genutzt. Durch den 1866 in Betrieb genommene Haltepunkt Grünau der Eisenbahnstrecke Berlin - Görlitz und die Einrichtung der Fähre 1870 von Grünau zum Eichhorn wurden die Müggelberge besser erreichbar. Fährmann Wöse eröffnete dann am Eichhorn auch die erste Restauration in diesem Waldgebiet - die Waldgaststätte Wendenschloß. 1889 wurde die Uferpromenade entlang des Langen Sees gebaut. Ab 1892 begann die Bebauung des Eichhorn mit einer Villenkolonie. 1903 wurde eine Straßenbahnlinie vom Schloßplatz Cöpenick bis zur Villenkolonie eingerichtet. Der Magistrat von Cöpenick beschließt 1905 den Namen "Villencolonie Wendenschloß". 1905 bis 1906 wurde die Gaststätte Schmetterlingshorst gebaut. 1914 wurde das Freibad in Wendenschloß eröffnet, das im 2. Weltkrieg durch Bombenangriffe total zerstört und später wieder aufgebaut wurde. In der Waldgaststätte Wendenschloß war zeitweilig das Hauptquartier des Oberkommandierenden der Sowjetischen Streitkräfte in Deutschland, Marschall G. K. Shukow, untergebracht. Am 5. Juni 1945 kam es hier zu einem Treffen mit den Oberkommandierenden der alliierten Armeen General Eisenhower, Feldmarschall Montgomery sowie General de Lattre de Tassigny. An diesem Tag wurde im Saal der Waldgaststätte die Deklaration über die Niederlage Deutschlands und die Übernahme der höchsten Autorität durch die Regierungen der vier alliierten Staaten unterzeichnet. Die Waldgaststätte Wendenschloß, später Gaststätte Freundschaft, wurde inzwischen abgerissen.