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"Köpenick von A-Z"
- Plätze, Orte, Sehenswürdigkeiten -
A-B-C-D-E-F-G-H-I-J-K-L-M-N-O-P-Q-R-S-T-U-V-W-X-Y-Z
Alt-Köpenick
Die älteste
Straße Köpenicks hieß ursprünglich Breite Straße und wurde
im Zusammenhang mit dem Schloßneubau um 1690 in Schloßstraße umbenannt.
1939 wurde sie in Lietzmanndamm umbenannt und trug zwischen
1945 und 1947 den bezirklich festgelegten Namen Max-Betcke-Straße,
der aber amtlich nicht bestätigt
wurde. Am 31. Juli 1947 erhielt sie schließlich ihren heutigen Namen.
Die Straße
verläuft
parallel zur Dahme, vom Köpenicker Schloß bis
zur Dammbrücke.
In dieser Straße befinden sich neben dem Rathaus und
der St. Laurentiuskirche noch mehrere
alte Wohnhäuser aus dem 18. Jahrhundert die inzwischen restauriert
wurden. |
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Andersonsches Palais
Ein Mitte des 18. Jahrhunderts errichtetes und inzwischen restaurierte Gebäude in Alt-Köpenick 15. Es wurde im Friderizianischen Rokoko erbaut und mit einem zweigeschossigen Mansardendach bekrönt. Prinzessin Henritte Marie ließ es für ihren damaligen Stallmeister bauen. Später gehörte es ihrem Hofprediger Saint Aubin. Den Namen erhielt das Palais durch die späteren Besitzer, die Familie Anderson.
Durch das Haustor gelangt man, sofern das Tor nicht abgeschlossen ist, in einen geräumige Hausflur mit einer schönen alten Holztreppe, deren Geländer mit besonders schönen Schnitzarbeiten ausgestattet ist.
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Ausflugsgaststätten
(geschlossene) zwischen Müggelsee und Langer See
Marienlust (am Langen See)
Das ehemalige Lokal "Marienlust" startete nach der Wende eine Erfolg
versprechende Karriere als Diskothek. Damit war es aber vorbei, nachdem am
Morgen des 11.Januar 1997 ein Feuer die traditionsreiche Ausflugsgaststätte
zerstörte. Es brannte bis auf die Grundmauern nieder und wurde inzwischen
abgetragen. |
Schmetterlingshorst (am Langen See)
Von
1912 bis 1992 war Schmetterlingshorst ohne Unterbrechung betrieben worden.
Als der Pachtzins durch die Verwalterin der Anlage die Wohnungsbaugesellschaft
Köpenick drastisch erhöht wurde, hatte der Betreiber das Lokal schließen
müssen. Inzwischen wird das Lokal wieder genutzt. (Foto: 9. August 2004) |
Gaststätte am Teufelssee
Auch diese Gaststätte wurde kurz nach der Wende
geschlossen und inzwischen abgerissen.
Das Gelände wurde renaturisiert. |
Gaststätte am Müggelturm
- wegen Einsturzgefahr geschlossen - |
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Bahnhofstraße
Die Bahnhofstraße ist die Hauptstraße der Dammvorstadt und ist neben der Friedrichshagener Bölschestraße die bedeutenste Einkaufsmeile in Köpenick. Sie verbindet den S-Bahnhof-Köpenick indirekt mit der Dammbrücke, welche zur Altstadt hinüberführt.
Vor einigen Jahren wurde hier das Forum Köpenick gebaut. Dieses neben dem S-Bahnhof-Köpenick liegende Einkaufszentrum paßt aber mit seiner modernen Architektur leider nicht in die Bahnhofstraße. Gebaut und im Oktober 1997 fertiggestellt und eröffnet wurde es aber trotzdem. Eigentlich war geplant, den S-Bahnhof mit dem Forum Köpenick zu verbinden, aber daraus ist nichts geworden.
Es ist schon längere Zeit geplant, dass der S-Bahnhof zum Regionalbahnhof ausgebaut wird. Wann dies jedoch geschehen wird ist fraglich, da dies bisher aus Kostengründen immer wieder verschoben wurde.
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Baumgarteninsel
Gegenüber dem Platz des 23.
April gelegene kleine Insel. Sie entstand als zwischen der Altstadt
und den Kietzer Wiesen, an denen die Spree vorbeifloß, zur Entwässerung
der Katzengraben angelegt wurde. Die Wiesen
dienten den Köpenicker Wäscherinnen als Bleich- und Trockenplatz.
Später wurden Sie aufgeschüttet und es wurden Kleingärten
angelegt. |
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Bismarckwarte
Die
1904 eingweihte Bismarckwarte befand sich in den Müggelbergen. (siehe
Foto: der rechte Turm in der oberen Bildmitte) Sie war 40 Meter hoch
und verfügte über drei Eingänge. Nach dem Betreten der
60 m² großen Gedächtnishalle konnte man über eine
Treppe die 29 m hohe Aussichtsplattform erreichen. Während des 2.
Weltkrieges wurde die Bismarckwarte für militärische Zwecke
genutzt. 1945 wurde sie dann gesprengt.
Weitere Informationen zur (Köpenicker) Bismarkwarte unter bismarcktuerme.de |
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Bölschestraße
Dies
ist die Hauptstraße Friedrichshagens.
Die 1753 angelegte Straße wurde schon weitgehend saniert und ist 1,25
km lang. Mit ihren über 100 kleinen Geschäften und Restaurants und
ihrer bemerkenswerten Architektur, die fast zwei Jahrhunderte Baugeschichte
wiederspiegelt, zählt Sie, zu den schönsten Straßen Berlins.
Die nach dem Schriftsteller Wilhelm Bölsche (1861-1939) benannte Straße,
vormals Dorfstraße, dann Friedrichstraße, die manches von ihrem
dörflichen Charakter erhalten hat, führt vom S-Bahnhof Friedrichshagen
zum Müggelpark. Jedes Jahr findet hier im Mai das Bölschefest statt,
das viele Besucher anzieht. 2003 wurde hier wieder ein Bronzedenkmal, das Friedrich
II. zeigt aufgestellt. Das frühere Denkmal wurde nach dem 2. Weltkrieg
vom Sockel gestoßen und eingeschmolzen. Eine Bürgerinitaitive machte
sich aber für das neue, wenn auch umstrittene Denkmal stark und finanzierte
es durch private Spenden.
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Dammbrücke
Sie
verbindet die Köpenicker Altstadt mit der Dammvorstadt.
Bis 1890 stand hier eine Holzbrücke mit dem "Dammtor" für
Schiffdurchfahrten. 1890 wurde sie durch eine Brücke aus Backsteinen
ersetzt, und wurde zwischen 1984 und 1986 vollständig erneuert und
besteht heute nur noch aus Stahl und Beton. Die alte Brücke ist
in der Neuen nicht wiederzuerkennen. |
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Dammvorstadt
Als
Dammvorstadt wird die nähere Umgebung rings um die Bahnhofstraße zwischen
der Dammbrücke und dem S-Bahnhof-Köpenick
bezeichnet. Sie entstand ab 1883, weil die wachsende Bevölkerung in der Köpenicker Altstadt nicht mehr genügend Platz fand. |
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Erpetal (Galerie)
Das Erpetal mit seiner typischen Wiesenlandschaft ist eins der
wenigen erhaltenen Fließtäler in Berlin. Es liegt zwischen den S-Bahnhöfen
Köpenick und Friedrichshagen in einem Landschaftsschutzgebiet. Durch das
Erpetal schlängelt sich das Neuenhagener Mühlenfließ. Mehrere
Wassermühlen wurden hier betrieben, z.B. die Ravensteiner Mühle,
die Heidemühle, die Krummendammer Mühle und die Neuenhagener Mühle.
Das Neuenhagener Mühlenfließ wurde im Mittelalter aus der Erpe,
die während der letzten Eiszeit entstand, künstlich zu einem schneller
fließenden Gewässer umgestaltet. Ein alter Arm der Erpe verläuft
noch parallel zum Neuenhagener Mühlenfließ. Ein Teil des Erpetals
wurde schon 1983 unter Naturschutz gestellt. 1949 wurde dann das gesamte Erpetal
zum Naturschutzgebiet, 1957 zum Landschaftschutzgebiet, erklärt. Der Erpewanderweg
ist Teil des Europäischen Fernwanderwegs E 11 und des Berliner Hauptwanderwegs "Der
grüne Pfad". Im Erpetal gibt es viele Arten wildwachsender Farn-
und Blütenpflanzen, Amphibien und seltene Vögel.
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FEZ - Freizeit- und Erholungspark
Der 1952 eröffnete vormalige Pionierpark "Ernst Thälmann" ist
Teil der Wuhlheide, eines 350 ha großen Parks zwischen Köpenick
und dem ehem. Industriezentrum Oberschöneweide/Oberspree. Der Haupteingang
liegt an der Straße An der Wuhlheide. Eine breite Allee führt an
dem Stadion und dem Sporthaus vorbei zur Freilichtbühne und zum künstlich
angelegten Badesee. Hier fährt auch die 1956 in Betrieb genommene und
sehr beliebte Schmalspur Parkeisenbahn (600 mm) die über eine 6,9 km lange
Strecke verfügt. Mit dem 1979 eröffneten Pionierpalast hat der Park
einen neuen Anziehungspunkt erhalten. In dem mit Holz- und Glasverkleidung
reizvoll in die Parklandschaft einfügenden Bauwerk stehen zu vielseitigen
Zwecken der Große Saal mit 600, der Foyersaal mit 240, der Kleine Sall
mit 140 Plätzen sowie 40 weitere Funktionsräume für unterschiedliche
Aktivitäten zur Verfügung. Ebenso kann hier eine Schwimmhalle mit
acht 50-m-Bahnen, eine Sporthalle und vieles mehr genutzt werden. Daher kommen
hier jährlich zehntausende Kinder her um zu Spielen und Spaß zu
haben, den eigenen Hobbys nachzugehen oder sich sportlich zu betätigen.
Internet: http://www.fez-wuhlheide.de
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Frauentog
Zwischen
Schloßinsel und Kietz gelegen. Nach dem 30-jährigen
Krieg herrschte auch in Köpenick große Hungersnot. Da traf es die
Fischer, die täglich ihre Netze auf der Dahme und der Spree auswarfen,
um so härter, wenn diese fast immer leer blieben. Auf Grund des Traumes
einer Fischersfrau warfen die Frauen am heutigen Frauentog die Netze aus. Dieser "Frauenzug" (=
Frauentog) wurde ein reicher Fischfang und legendär. Am Frauentog befindet
sich auch das Denkmal für Mutter Lustig, der Begründerin der Lohnwäscherei
in Köpenick. 1835 errichtete Sie am Alten Markt eine eigene Wäscherei.
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Friedrichshagen
Dieser
am Nordwestufer des Müggelsees liegende Ortsteil,
wurde wie der Name schon vermuten läßt, wie auch Grünau und
Müggelheim, unter Friedrich II. gegründet. Zunächst hieß Friedrichshagen
jedoch Friedrichsgnaden, und wurde erst 10 Jahre später umbenannt. Eingewanderte
Spinner aus Böhmen und Schlesien waren es, die hier angesiedelt wurden
und am 31. Mai 1753 die Gründungsurkunde für das Dorf erhielten.
Die 50 Lehmfachwerkhäuser der 221 Einwohner (1755) standen
in zwei Reihen vom Müggelseeufer
in Richtung Norden. Sie betrieben Baumwollspinnerei und Seidenraupenzucht in
Heimarbeit. Um Nahrung für die Seidenraupen zu haben, pflanzten sie fast
1000 Maulbeerbäume
(andere Quellen sprechen von etwa 676), von denen heute nur noch drei, mehr
schlecht als recht, erhalten sind. Da die Seidenraupenzucht jedoch nicht zu
den gewünschten Ergebnissen führte, versuchten die Siedler bald,
auswärts als Arbeiter und Handwerker ihr Geld zu verdienen. In den Wintermonaten
holten sie aus den benachbarten Wäldern Birkenreiser und banden Besen.
So wurden die Einwohner Friedrichshagens bald als "Besenbinder" in
der weiteren Umgebung bekannt. 1849 wurde die Haltestelle "Friedrichshagen"
auf der Strecke der Niederschlesisch-Märkischen Eisenbahn eröffnet. 1870
hatte Friedrichshagen lediglich 2300 Einwohner, aber im "Dreikaiserjahr" 1888
waren es bereits 6.181 und Friedrichshagen entwickelt sich zum Villenvorort.
Friedrichshagen erhält um 1880 den Titel "Klimatischer Luftkurort". Es entstehen
zwei Badestellen, ein Kurpark sowie Biergärten, Cafes und Hotels. Bekannt wurde
die Ortschaft auch durch den Friedrichshagener Dichterkreis. Hier befindet
sich auch die Bölschestraße in
der das beliebte Bölschefest statt findet. 1893 wurde das Wasserwerk Friedrichshagen
in Betrieb genommen. 1919 hat Friedrichshagen bereits 14.850 Einwohner.
1920 erfolgte die Eingemeindung nach Groß-Berlin. Eine Attraktion stellt der
1927 eröffnete Spreetunnel dar, der es einem
erlaubt, trockenen Fußes die Spee zu durchqueren.
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Gedenkstätte
Köpenicker Blutwoche Juni 1933
Sie befindet sich seit 1987 im Zellengefängnisgebäude
des Stadtbezirksgerichtes in der Puchanstraße. In der ständigen
Ausstellung sind die Ereignisse vom Juni 1933 ausführlich dokumentiert.
Puchanstraße 12
12555 Berlin-Köpenick
Tel. 030/657 14 67
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Grünau
Der Ortsteil Grünau wurde 1749 auf Veranlassung Friedrich
II. gegründet und hieß zunächst "Grüne Aue".
Die vier pfälzischen Familien, die sich als erste ansiedelten und dem
Amt in Köpenick ihren Erbzins zu entrichten hatten, lebten zunächst
von der Baumwollspinnerei und legten wie die Friedrichshagener, eine kleine
Seidenraupenzucht an. Der Siebenjährige Krieg (1756-1763) hielt aber die
anfangs günstige Entwicklung auf. Der Ort blieb lange Zeit dünn besiedelt.
Noch im Jahre 1800 zählte er nur 59 Einwohner. Nach und nach siedelte
sich hier der Bootsbau und das Wäschereigewerbe an. Mit der Entwicklung
des Wassersports wuchs zugleich der Strom der Ausflügler in diese idillische
Gegend an, was zum Bau zahlreicher Gaststätten sowie Bootshäuser
innerhalb der Uferzonen führte. Finanzkräftige Bürger bauten
sich hier Villen und Landhäuser. 1900 hatte Grünau bereits 25.000
Einwohner. 1936 wurden hier die olympischen Ruder- und Kanuwettberwerbe augetragen.
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Der Hauptmann von Köpenick
Im
Oktober 1906 kam Köpenick durch den arbeitslosen 57jährige Schuster
Wilhelm Voigt in die Schlagzeilen, weit über die Landesgrenzen hinaus.
Er besetzte in einer Hauptmannsuniform des 1. Garderegiments mit zehn Grenadieren
das fast nagelneue Köpenicker Rathaus. Er ließ den
Bürgermeister Dr. Langhans sowie den Schalterbeamten von Wiltberg verhaften
und beschlagnahmte die fast leere Stadtkasse (4000 Mark, 37 Pfennige). Vor
allem das Ausland lachte über diesen gelungenen Streich, der den preußischen
Untertanengeist und Kadavergehorsam bloßstellte. Zehn Tage nach dem Bubenstück
wurde er ausfindig gemacht und abgeführt. Ein ehemaliger Mithäftling
(wegen zahlreicher Betrügereien hatte der Schuster bereits 27 Jahre und
sechs Monate gesessen) hatte der Polizei einen Tip gegeben. Er wurde zu vier
Jahren Gefängnis verurteilt, aber schon im August 1908 wieder auf freien
Fuß gesetzt.
(detaillierte Informationen über W. Voigt unter: http://www.koepenickia.de)
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Heimatmuseum Köpenick
Ist
in einem 1665 auf "Schötzes Hof" errichtetem Fachwerkhaus untergebracht.
Ausstellungen zur Köpenicker Geschichte.
Alter Markt 1
12555 Berlin-Köpenick
Tel.: 030/6172 3351
Internet: http://www.heimatmuseum-koepenick.de
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Hirschgarten
Zwischen Friedrichshagen und Köpenick
liegt der Ortsteil Hirschgarten. Die Villenkolonie wurde im Juni des Jahres
1870 vom Bankier Albert Hirte nach einem Bebauungsplan von Eduard Titz begründet.
Die Entstehung der Ortsbezeichnung ist nicht ganz geklärt. Sie soll auf
den Namen eines Bankiers Hirsch zurückzuführen sein, der sich hier
als einer der ersten eine Villa bauen ließ. Die Villenkolonie gehört
zu Friedrichshagen, an dessen Aufschwung sie seit dem Ende des 19. Jahrhunderts
teilnahm. In Hirschgarten wurde ein Naturbad errichtet. Es erlangte dadurch
besondere Anziehungskraft, daß es eine warme Quelle besaß, die
bei Bauarbeiten entdeckt worden war. Zu dieser Zeit entwickelte sich die Kolonie
rasch. Als die heiße Quelle versiegte, mußte der Solbadebetrieb
jedoch eingestellt werden.
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Kanonenberge
Als Kanonenberge wird ein Bereich in den nord-westlichen Ausläufern der Müggelberge bezeichnet. Um die Jahrhundertwende parkähnlich gestaltet, wurde ab 1884 Sand abgebaut, der mit einer Seilbahn zur Dahme transportiert wurde und von dort aus für Bauprojekte nach Berlin verschifft wurde.
Proteste aus der Bevölkerung sollen dafür gesorgt haben, daß der Abbau nach kurzer Zeit gestoppt wurde. In der neu entstandenen etwa 250 m langen und knapp 80 m breiten Sandgrube, Sandschurre genannt, führte die preußische Armee in Vorbereitung zum Ersten Weltkrieg Schießübungen mit neuen Kanonen durch, um diese einzuschießen. Durch den Geschützlärm wurde die Ruhe in diesem Waldgebiet, das sich immer mehr zu einer Erholungsstätte entwickelte, stark beeinträchtigt. Die Detonationen während den Schießübungen waren bis in die Werkhallen in Köpenick zu hören. Seitdem wird dieser Bereich der Müggelberge "Kanonenberge" genannt.
Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten, nach 1933, war die Sandschurre umzäunt und wiederrum diente sie zur Erprobung von Waffen. Nach 1945 kehrte wieder Ruhe ein und irgendwann verschwand die Umzäunung.
Die Sandschurre befindet sich ca. 250 Meter von der Straße zum Müggelturm entfernt. Die Grundfläche ist überwiegend baumfrei, während die Hänge dicht mit Bäumen bewachsen sind.
Der in den Kanonenbergen nach dem 1. WK angelegte Aussichtspunkt mit befestigten Wanderwegen und Bänken wurde in der Nachwendezeit (nach 1990) nicht mehr gepflegt und später sogar renaturisiert. Dadurch überwucherte die befestigte Aussichtsplattform und die hinab zur Sandschurre führenden Wanderwege, die von Sträuchern eingesäumt waren, wurden unbegehbar gemacht, in dem sie zugeschüttet wurden.
Etwa 2003 stellte Mike Endert, ein engagierter Köpenicker, der Forstbehörde Pläne vor, den Kanonenbergen anhand alten Kartenmaterials, daß er sich extra besorgt hatte, diese frühere parkähnliche Struktur zurückzugeben. Diese wollte die Unterlagen prüfen um zu
sehen, ob die Pläne umsetzbar sind. Nach mehreren Nachfragen bei der Forstbehörde wurde sein Projekt aber wegen Arbeitskräftemangel abgelehnt, obwohl er dem Leiter der Behörde wiederholt versicherte, ehrenamtliche Helfer bereitstehen zu haben, die seine Pläne gern tatkräftig unterstützen würden. Davon wollte man aber offenbar nichts wissen.
Ende 2005 schrieb er der Berliner Senatsverwaltung für Stadtentwicklung einen Brief, in dem er seine Idee schilderte, ohne jedoch eine Reaktion darauf zu erhalten.
Im Frühjahr 2006 begann man überraschenderweise, mit Hilfe von ABM-Kräften, den 200 m² großen Aussichtspunkt wieder freizulegen und die Wanderwege wieder begehbar zu machen und zu befestigen, sowie Bänke zum Verweilen aufzustellen. Zudem wurden Bäume gefällt, damit man von der Aussichtsplattform einen freien Ausblick auf die Müggelberge mit dem Müggelturm und der Sendeanlage der Telekom hat.
Es ist selbstverständlich sehr erfreulich, daß "sein" Projekt letztlich realisiert wurde, aber man fragt sich unweigerlich, warum man dafür ABM-Kräfte einsetzte anstatt es kostengünstiger mit Freiwilligen zu machen.
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Katzengraben
Dieses zusätzliche Teilstück der Spree entstand
zur Entwässerung der Kietzer Wiesen und wurde 1867 für die
Schifffahrt verbreitert. Dadurch entstand die Baumgarteninsel. |
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Kietz
Der ehemalige slawische Kietz war eine zur Burg gehörende
Dienstsiedlung die erstmals 1355 urkundlich erwähnt wurde. Der Kietz,
dessen Bezeichnung auf das slawische Wort "chyca" (Fischerhütte)
zurückgeht, blieb Jahrhunderte ein Fischerdorf und wurde erst 1898
nach Köpenick eingemeindet. Hier stehen noch viele restaurierte
Fischerhäuser. (eingeschossige Putzbauten mit Satteldächern)
zwischen Gründerzeithäusern. |
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Köllnische Vorstadt
Namensgeber ist die Berliner Zwillingsstadt Cölln, welche
man früher auf einer Landstraße von Köpenick aus erreichte.
Sie liegt auf der anderen Uferseite der Dahme, gegenüber dem Köpenicker
Schloß und dem Kietz. Spindlersfeld liegt
ihr, durch die Oberspreestraße getrennt, gegenüber. 1817 hatte sie
nur 118 Einwohner gezählt, 1883 waren es schon fast 2500 und 1900 über
7000. Den Hauptanstoß zu diesem raschen Aufstieg verdankt der Ortsteil
dem Fabrikanten Spindler, der hier seit dem Jahre 1873 seine weitflächigen
Fabrikanlagen für Wäscherei und chemische Reinigung erbauen ließ.
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Köpenicker Blutwoche
Die vorbereitete Aktion begann am 21. Juni 1933. Über 500
Kommunisten, Sozialdemokraten, Gewerkschafter, bürgerliche Demokraten
und Christen wurden aus ihren Wohnungen in die Sturmlokale der SA verschleppt,
wo sie grausam mißhandelt wurden, 91 fanden dabei den Tod. Folterstätten
waren die berüchtigten SA-Lokale Uhlenhorst, Demuth in der Elisabethstraße,
Jägerheim in der Puchanstraße, das Wassersportheim in der Wendenschloßstraße
und das Amtsgerichtsgefängnis. Die furchtbaren Ereignisse gingen in die
Geschichte als Köpenicker Blutwoche ein.
(nach oben)
Köpenicker Wappen
Das
Köpenicker Wappen erschien bereits im 13. Jahrhundert und seit dem 14.
Jahrhundert ist es auf Siegeln und Stempel nachweisbar. Im Köpenicker
Wappen ist auf blauem Grund ein hochstehender goldener Schlüssel zwischen
zwei silberfarbenen Hechten dargestellt, die den einst wichtigsten Erwerbszweig
der Köpenicker, die Fischerei, symbolisieren. Die um den Schlüssel
gruppierten sieben Sterne kennzeichnen die Plejaden, das Siebengestirn, das
als Schutzgestirn der Fischer bekannt ist.
Der blaue Hintergrund symbolisiert dabei den Wasserreichtum des
Bezirks. Für den Schlüssel lassen sich zwei Varianten finden. Zum
einen kann der Schlüssel als "Stadtschlüssel" gedeutet
werden. Wahrscheinlicher ist allerdings, daß der Schlüssel auf den
Heiligen Petrus, den Schutzpatron der Fischer hinweist.
(nach oben)
Lange Brücke
Sie
führt über die Dahme und verbindet die Altstadt mit der der Köllnischen
Vorstadt sowie mit Spindlersfeld. Sie wurde
1890 erbaut und erhielt Ihr heutiges Erscheinungsbild durch Rekonstruktionen
und Verbreiterungen durch angehängte Fußgängerwege. Sie wurde
inzwischen vollständig saniert. Zur Zeit ist sie mit einer stählernen
Zusatz/Behelfsbrücke verbunden. Die zusätzlichen Fahspuren dienen
dazu, um dem unerträglichen Verkehrschaos zu beiden Seiten der Brücke
ein wenig entgegen zu wirken. Diese zusätzliche Brücke wird wahrscheinlich erst
entfernt, wenn die Altstadtumfahrung (Tangentialverbindung Ost) fertig gestellt
ist und somit die Altstadt vom Durchgangsverkehr der Berufspendler spürbar
entlastet wurde. Die Behelfsbrücke wird uns somit noch lange erhalten bleiben.
(nach oben)
Lehrkabinett
Teufelssee
In der ältesten und größten Waldschule der Berliner
Forsten finden Kinder und Jugendliche, Schulklassen, Lehrer, Wanderer und Senioren
ein breites Angebot. Etwa den Lehrpfad am Teufelssee, mit dem Erlenbruchwald
am Südufer, das Sumpfgebiet mit Torfstichen, die Exkursion mit Käscher,
Lupe und Fernglas. Außerdem gibt es Ausstellungen im Hause über
Pflanzen- und Tierarten, über Spuren im Wald, Vorträge und Führungen,
oder Seminare über Waldpädagogik
Das Lehrkabinett Teufelssee begann 1972 in einem kleinen Haus
im Blockhausstil seine Arbeit. 1981 wurde in unmittelbarer Nähe das jetzige
Gebäude errichtet und 1999 erweitert. Ein kurzer Lehrpfad wurde 1965 angelegt,
1970/71 erneuert und erweitert. 1995 wurde der Knüppeldamm am Teufelssee
rekonstruiert.
Das Lehrkabinett ist von Mai bis September von Mittwoch bis Freitag
und sonntags zwischen 10 und 16 Uhr geöffnet, dienstags nach Vereinbarung.
Montags und sonnabends ist die Einrichtung geschlossen. Jährlich kommen
etwa 15 000 Besucher in die Waldschule, zum größten Teil Kinder
und Jugendliche bei Wandertagen, Projekttagen und Exkursionen. Vorträge
im Lehrkabinett und Führungen über den Lehrpfad können kombiniert
werden.
Weitere Informationen auf den Seiten von Berlin.de und
der Stiftung
Naturschutz Berlin.
(nach oben)
Luisenhain
Zwischen
Rathaus und Uferweg gelegen. Der Luisenhain
und der ihn durchquerende Uferweg laden zu einem kleinen Spaziergang am Wasser
ein. Der Uferweg verläuft
parallel zur Straße
Alt-Köpenick am Ufer der Dahme und verbindet die Lange
Brücke gegenüber dem Köpenicker Schloß mit
der Dammbrücke die zum Platz
des 23. April hinüberführt. Der Köpenicker Kaufmann Asseburg
schenkte 1906 diesen Teil seines Grundstückes der Stadt Köpenick
unter der Bedingung, daß es öffentliche Grünfläche bleibt
und nach seiner Schwester Luise benannt wird.
(nach oben)
Mecklenburger Dorf
Das zwischen dem Ufer der Alten Spree und der Bahnhofstraße gelegene "Mecklenburger
Dorf", eine Freiluftgasstätte, wurde 1973 zu den 10. Weltfestspielen
der Jugend in Ost-Berlin errichtet. (neben dem Platz des
23. April) Bis kurz nach der Wende lud es mit seinen rustikal gestalteten
Imbißständen zu einer kleinen Mahlzeit ein. An dieser Stelle war
bis vor kurzem geplant, mehrstöckige Häuser zu errichten. Aber glücklicherweise
ist der Investor inzwischen abgesprungen (August 2002). Wie man dort so etwas
genehmigen konnte bleibt mir ein Rätsel. Wahrscheinlich ist Köpenick
dort noch nicht ausreichend zugebaut worden. Mitte Juni 2003 wurde es überraschenderweise
wiedereröffnet.
(nach oben)
Müggelberge
Die im im Pleistozän entstandenen und bewaldeten Müggelberge stellen die höchste natürliche Erhebung im Berliner Raum dar. Der Kleine Müggelberg mit dem knapp 30 Meter hohen Müggelturm erreicht 82 Meter, der Große Müggelberg 114,7 Meter über NN. Die Müggelberge sind von kilometerlangen Waldwegen durchzogen und laden zum Frischlufttanken ein.
Die Müggelberge umfassen eine Fläche von gut 7 Quadratkilometern. Hier befinden sich auch die Kanonenberge, die als die nord-westlichen Ausläufer der Müggelberge anzusehen sind. An den nördlichen Ausläufern liegt der Köpenicker Teufelssee und weniger als 1 Kilometer weiter nördlich befindet sich schon das Ufer des Großen Müggelsees. Im Süden enden die Hänge der Müggelberge am Ufer des Langen Sees.
(nach oben)
Müggelheim
Als
Verlängerung der Müggelheimer Straße führt
eine Chaussee von der Köpenicker Altstadt mitten durch den Berliner Stadtforst
am Chausseehaus und dicht am Teufelssee vorbei, zwischen dem Ufer des Großen
Müggelsees und den Müggelbergen nach Müggelheim. Der Ort liegt unterhalb
der Müggelberge und ist von mehreren Gewässern
umgeben. Die zwanzig Pfälzer Familien, die aus relegiösen Gründen
ihre Heimat verlassen mußten, wurden durch Friedrich II. im Jahre 1747,
auf dem stark bewaldeten und zum Teil mit Ödflächen bedeckten Köpenicker
Werder, angesiedelt. Sie hatten zu Anfang mit Roden und dem Straßen-
und Wegebau harte Arbeit zu leisten. Der denkmalgeschützte Dorfkern weist
auf ein Angerdorf hin, hauptsächlich aus Bauernhöfen bestehend, der
bis heute seinen ländlichen Charakter behalten hat. 1804 wurde die Dorfkirche
gebaut, in der heute zahlreiche Konzerte aufgeführt werden. Als nach 1890
eine Chaussee nach Köpenick gebaut wurde, trat für die Müggelheimer
Bauern ein geschäftlicher Aufschwung ein, da sie nun ihre Erzeugnisse
schneller und vorteilhafter absetzen konnten als vorher. Seit dem 27. April
1920 ist Müggelheim zu Berlin eingemeindet und gehört zum Stadtteil
Köpenick. Damals zählte es kaum 200 Einwohner, in den folgenden Jahren
jedoch stieg die Zahl beträchtlich. Viele Berliner haben sich hier ein
Eigenheim- oder Wochenendhäuschen errichtet. Hinzu kam während des
zweiten Weltkrieges der Bau von Behelfsheimen für die ausgebombten Großstädter.
1955 besaß Müggelheim schon fast 5000 Einwohner.
(nach oben)
Müggelsee
Ein
Ausflug zu diesem größten der Berliner Seen lohnt sich zu jeder
Jahreszeit. 7,4 km² groß (4,3 km lang; 2,6 km breit, und bis zu
8 Meter tief), verdankt er seine Entstehung, ebenso wie die Müggelberge an
seinem Südrand dem Pleistozän. Durch den Müggelsee fließt
die Spree, die hier auch die Müggelspree genannt wird. Bei aufkommendem
Sturm ist mit dem Wellengang auf dem See nicht zu spaßen. Kurze, hohe
Wellen haben hier schon manchem unvorsichtigen Steuermann gerade von kleineren
Booten mitunter eine unliebsame Bekanntschaft mit dem feuchten Element beschert.
Bei dunstigem Wetter kann der See offenes Meer vortäuschen, da das gegenüberliegende
Ufer dann schon mal verschwinden kann. Rund um den Müggelsee laden Ausflugsgaststätten
zur Rast ein. Die rund um den Müggelsee befindlichen Ortsteile Friedrichshagen, Rahnsdorf und Müggelheim haben
ihr dörfliches Ambiente zum größten Teil behalten. Das
am Nordufer des Müggelsees gelegene Wasserwerk
Friedrichshagen, entnimmt dem See indirekt einen großen Teil seines
Rohwassers. Rund um den See befinden sich zahlreiche Tiefbrunnen in Ufernähe,
die neben einem kleinen Teil echten Grundwassers vor allem Uferfiltrat fördern.
Bei der Uferfiltration wird dem See über einen unterirdischen Sickerweg
Wasser entzogen und durch die Filterwirkung des Sandes gleichzeitig gereinigt.
Weitere Informationen zum Müggelsee finden Sie auf der Netzseite des IGB
(http://www.igb-berlin.de/abt2/ms).
(nach oben)
Müggelturm
Ein
29,61 Meter hohes und überdachtes Bauwerk, in den Müggelbergen,
aus Beton, Stahl und Glas. Seine Aussichtsplattform, die über 126 Stufen
zu erreichen ist, liegt 120 Meter über dem Meeresspiegel. Er wurde nach
26-monatiger Bauzeit, während der Silvesterfeier 1961, im neuen Turmrestaurant
eröffnet. Dieser Bau, der so etwas wie ein Wahrzeichen des Stadtteils
geworden ist, besaß einen hölzernen Vorgänger, der durch einen
Brand im Mai 1958 völlig zerstört wurde. Die Berliner wollten den
Turm nicht missen, und so entstand mit Hilfe von Geldspenden in Höhe von
130.000 Mark und 3.700 freiwillige geleisteten Arbeitsstunden, im Rahmen des "Nationalen
Aufbauwerkes" (NAW), der heutige Müggelturm. Er wurde von einem Studentenkollektiv
der Kunsthochschule Berlin- Weißensee entworfen.
Ein Stein im Blumenfenster des Müggelturmrestaurants (derzeit geschlossen)
hält die Erinnerung an Josef Jacob Bayer wach, der den Höhenzug der
Müggelberge dazu nutzte, um die erste Stadtvermessung vorzunehmen. Baeyer,
der von 1794 bis 1885 lebte, gründete das Geodätische Institut Berlins.
Vom Müggelturm aus, hat man den besten Überblick das im Berliner
Urstromtal eingebettete Müggelland. Zu seinen Füßen liegt der
sagenumwobene Teufelssee, leuchtet das Grün
ausgedehnter Wälder, das zu den blinkenden Gewässern einen Kontrast
bildet. Bei klarem Wetter reicht der Blick bis nach Königs Wusterhausen
und zu der alten Hussitenstadt Bernau hinüber.
Werdegang seit der Wende:
1991 erhielt die bcb GmbH von der Treuhand den Zuschlag für das Gelände.
Zwei Jahre darauf sprang ein erster Investor ab, weil sein Konzept einer Hotelschule
abgelehnt wurde. Anschließend entwickelte 1994 die Müggelturm-Tourismus & Service
GmbH ein neues Konzept. Zwei Investoren verzichteten, weil die Eigentumsverhältnisse
noch nicht geklärt waren. Erst ein Jahr später ging das Areal ans
Land und wird seitdem vom Bezirk verwaltet. Seit 1995 steht der Gebäudekomplex
unter Denkmalschutz - deshalb verabschiedete sich wieder ein Investor.
1996 entwickelten Wolfgang Gerber und Ulrich Peickert ein "ökologisches Konzept". Ein Hotel sollte entstehen, was aber nach dem Flächennutzungsplan (FNP) nicht zulässig war: Wieder ging ein Interessent. 2000 wurde der FNP geändert. Weil aber der Denkmalschutz sein Projekt ablehnte, sprang wiederum ein Investor ab. Der nächste potenzielle Investor wollte neben dem Müggelturm eine Burganlage mit Hotel und Restaurants bauen. Wegen der massiven Bauweise wurde das Vorhaben aber vom Senat abgelehnt. 2002 wurde das Areal international ausgeschrieben.
Als Konsequenz aus der gescheiterten Ausschreibung wurden die Bedingungen investorenfreundlicher gestaltet, indem der marode Gastronomiebereich abgerissen und neu bebaut werden darf. Zudem sollte die unterirdische Erschließung des Grundstücks (Strom, Wasser, etc.) eventuell mit GA-Mitteln, finanziert durch den Bezirk Treptow-Köpenick, komplett erneuert werden. Inzwischen hat das Areal einen neuen Eigentümer. Was aber dort nun tatsächlich passieren wird, ist aber noch ungewiss. Der Investor sprach von Erlebnisgastronomie und einem Baubeginn im Frühjahr 2008. Bisher ist aber nichts geschehen. (Stand Juli 2008)
Der
hölzerne Vorgänger der im chinesischen Pagodenstil erbaut wurde stammt
aus dem Jahre 1889. Er war 130m über dem Spiegel des Müggelsees hoch
und es führten 374 Massiv-Stufen zu demselben hinauf. Er hatte einen quadratischen
Stockwerkbau, mit vorspringenden Dächern. Der Turm verjüngte sich
nach oben hin. Die Turmterrasse war vorne mit zwei kleinen Türmen links
und rechts gespickt. Er wurde vom Köpenicker Wäscherei- und Färbereibesitzer
Carl Spindler (1841-1902) gestifteten und am 1. April 1890 offiziell als Aussichtspunkt
zugelassen. 1924 integrierte sein damaliger Besitzer, Walter Wichelhaus, in
den ehemaligen Gasträumen des Turms ein Museum, in dem u.a. der Backenzahn
eines Mammuts zu sehen war. 1942 lagerte man die Sammlung in die Gaststätte
Schmetterlingshorst aus, wo sie gemeinsam mit der weltberühmten Faltersammlung
des Gaststättenbesitzers Büttner bei einem Bombenangriff zerstört
wurde. Früher hatte an seiner Stelle ein turmartiges Holzgerüst gestanden,
das Jägern als Anstand diente, aber auch zur Brandbeobachtung genutzt
wurde. Später in den Besitz der Familie Wichelhaus übergegangen,
war der Turm schon immer eines der beliebtesten Berliner Ausflugsziele. Anfang
1945 erklärte die SS den Müggelturm zum militärischen Objekt:
Während des II. Weltkriegs diente er als Beobachtungsposten für die
Artillerie sowie als Funkturm zur Nachrichtenübermittlung. Kurz vor Kriegsende,
war er vor seiner völligen Zerstörung gerettet worden. Volkssturmmänner
hatten zwei Zentner Dynamit im unteren Turmraum für die Sprengung vorbereitet.
Aber der Gastwirt, der damals seit 26 Jahren auf dem Turm zu Hause war, riss
gleichsam im letzten Moment die Zündschnüre ab.
Am Nachmittag des 19. Mai 1958 fiel das Bauwerk einem Brand zum
Opfer. Etwa gegen 16:30 Uhr schlugen helle Flammen aus der Spitze des Turms
hervor. Bald hatte sich auch eine riesige, weithin sichtbare Rauchwolke gebildet.
Im trockenen Holz des Turmes fanden die Flammen reichlich Nahrung. Binnen kurzem
glich der Turm einer lodernden Fackel, und seine Spitze brach brennend zu Boden.
Der Wirt des Turmrestaurants im Erdgeschoss, in dem sich bei Ausbruch des Brandes
glücklicherweise nur wenige Gäste aufhielten, hatte sofort die Feuerwehr
alarmiert, die mit acht Löschzügen und weiteren Spezialfahrzeugen
anrückte. Sie bemühte sich vor allem darum, durch einen dichten Wasserschleier,
ein Übergreifen der Flammen auf den unmittelbar angrenzenden Wald zu verhindern.
Es gelang ihr auch, ein an den Turm angrenzendes Wirtschaftsgebäude und
das Restaurant zu retten. Vom Turm selbst blieben nur glühende Balkenreste übrig.
Als Brandursache stellten sich Schweißarbeiten im Inneren des seit fast
einem Jahr wegen Baufälligkeit gesperrten Turmes heraus. Die Handwerker
hatten kurz vor Ausbruch des Feuers Feierabend gemacht. Die von der HO Köpenick
initiierte Renovierung sollte dem 69 Jahre alten Turm neuen Halt geben. Auch
war geplant, bis zum 1. Mai 1959 auf der oberen Terrasse neben dem Turm ein
modernes Restaurant einzurichten. (einige hielten aber auch Brandstiftung für
möglich)
(nach oben)
Museum im Wasserwerk
Friedrichshagen
Das
Museum im Wasserwerk Friedrichshagen liegt am Nordufer des Müggelsees zwischen
den Ortsteilen Friedrichshagen und Rahnsdorf.
Es zeigt die Geschichte der Wasserversorgung und Abwasserentsorgung Berlins.
Eine Verbundkolbendampfmaschine aus dem Jahre 1893 kann den Besuchern vorgeführt
werden. Die gesamte Anlage steht unter Denkmalschutz. Das Museum befindet sich
im ehemaligen Schöpfmaschinenhaus B des Wasserwerks Müggelsee. Das
Wasserwerk Müggelsee, im Stil der märkischen Backsteingotik errichtet,
nahm bereits 1893 den Betrieb auf. Es war damals das größte und
modernste Wasserwerk Europas.
Museum im Wasserwerk
Müggelseedamm 307
12587 Berlin
Tel.: 030/86 44 76 95
(nach oben)
Oberschöneweide
1598 wird die "Wiese an der Spree neben der schönen
Weide gelegen" erstmalig erwähnt. 1674 wird der "Pfefferkrug" erwähnt,
der wenig später als "Quappenkrug" bezeichnet wird. Er gilt
als Urzelle des heutigen Oberschöneweide und befand sich etwa auf dem
heutigen Gelände der Reinbeckhallen.
Im Jahr 1814 erwirbt Oberfinanzrat Johann Phillipp Otto Reinbeck das Forst-
und Landgut Quappenkrug und benennt es in Schloß Wilhelminenhof (nach
seiner Frau). 1871 erfolgte dann schließlich die Umbenennung des Gutsbezirkes
Wilhelminenhof in Oberschöneweide. Zur gleichen Zeit kam es zur Gründung
der Färberei Nalepa und der Weißbierbrauerei Tabbert. 1889 erwirbt
die AEG die meisten Grundstücke um den Wilhelminenhof und 1896/97 ein
weiteres Grundstück und errichtet ihr Kabelwerk Oberspree (KWO).
Erst am 07. April 1898 kam es zur Gründung der selbständigen Landgemeinde
Oberschöneweide des Kreises Niederbarnim mit eigenem Ortswappen.
Als Folge der Industriealisierung wuchs Oberschöneweide zu einem bedeutenden
Industrievorort Berlins an und entwickelte sich innerhalb kürzester Zeit
zum Hauptstandort der AEG (Emil Rathenau), die 1887 aus der 1883 gegründeten
Deutschen Edison-Gesellschaft hervorging. Von hier gingen wesentliche Impulse
für die Entwicklung der Elektroindustrie aus. Dies wurde begünstigt durch
die Wasserlage, die Lage an der Görlitzer Eisenbahn, die Nähe von Ausfallstraßen,
niedrige Bodenpreise sowie die Möglichkeit, das Arbeitskräftepotential der
Randgebiete zu nutzen.
Für die Arbeiter, die aus benachbarten Gemeinden und Berlin kamen, ließ die
AEG damals eine Fußgängerbrücke (Kaisersteg) über die
Spree bauen. Der Kaisersteg wurde aber Ende des zweiten Weltkrieges zerstört.
Die Bevölkerungszahl Oberschöneweides steigt schnell an: 1850 (116
Einwohner), 1895 (626 Einwohner), 1900 (5.850 Einwohner), 1904 (14.700 Einwohner),
1919 (25.000 Einwohner) und 1930 (30.000 Einwohner).
1898 errichtet die deutsche Niles Werkzeugmaschinenfabrik AG errichtet
ein Fabrikgebäude (das spätere TRO-Gelände). Es folgten erste
große Wohnungsbauten in der Rathenaustraße, Slabystraße,
Wilhelminenhofstraße und zwischen Edison- und Tabbertstraße. Ab
1899 werden Telefonkabel und ab 1903 Starkstromkabel im Kabelwerk Oberspree
(KWO) hergestellt. 1900 arbeiten in den Oberschöneweider Fabriken mehr
als 18.000 Menschen. Im Jahr 1903 kam es auch zur Gründung der Telefunken-Gesellschaft
durch AEG und Siemens & Halske und auch zur Produktion des erster Motorlastzuges
der Welt im NAG. 1906 Beginn der Baumaßnahmen zur Errichtung der Christuskirche
und der St. Antoniuskirche. 1911 Baubeginn des Wasserwerkes in der Wuhlheide.
01. Oktober 1920 Einbindung von Oberschöneweide in
den 15. Verwaltungsbezirk (Treptow) der neuen Stadtgemeinde Groß-Berlin.
1924 Abriß des Schlosses Wilhelminenhof, es weicht den Fabrikanlagen
des TRO. 1938 wird Oberschöneweide in den Stadtbezirk Köpenick eingemeindet.
Treptow erhält von Köpenick im Gegenzug Bohnsdorf. Am 23. April 1945
erreichen sowjetische Panzertruppen die Wilhelminenhofstraße und besetzen
das KWO. Im Herbst 1946 geht aus dem LKVO das Oberspreewerk (OSW), das spätere
WF hervor. 1951 zieht der Rundfunk der DDR in den Neubau in der Nalepastraße
ein. 1962 beginnt die Produktions des Rasenmähers "Trolli" durch
das TRO. 1976 beginnt der Bau des Pionierpalastes im Pionierpark (heute FEZ).
1979 wird das Schwarz-Weiß- Bildröhrenwerkes im WF stillgelegt.
1984 beginnt das WF mit der Farbbildröhrenfertigung. 1985 läuft der
500.000 Rasenmäher Trolli vom Band. Bis ins Jahr 1990 sind hier ca. 25.000
Menschen beschäftigt. 1990 wird das KWO aufgelöst.
1991 wird das Ensembles von Industriebauten an der Wilhelminenhofstraße
(von Ostend- bis Edisonstraße) in die Denkmalliste Berlins aufgenommen und
Oberschöneweide hat 17.000 Einwohner. 1992 übernimmt Samsung
das Werk für Fernsehelektronik. 1996 wird das TRO geschlossen. 1998 werden
die BICC Kabelwerke (ehemals KWO) geschlossen.
In Oberschöneweide liegt die Wuhlheide. Sie entstand in den 20er
Jahren als Volks- und Waldpark mit großen Spiel- und Liegewiesen und
Sportplätzen. Hier ist das Freizeit- und Erholungszentrum
FEZ mit der Parkeisenbahn. Des weiteren finden hier Konzerte auf einer
Freilichtbühne statt, und der 1. FC Union spielt hier in der seit 1906
bekannten "Alten Försterei".
(nach oben)
Platz des 23. April
Der
ehemaligen Stadtpark auf dem sich ursprünglich ein Heuplatz befand (an
der Ecke Bahnhofstraße- Lindenstraße
gelegen) wurde zur Erinnerung an den Einzug der ersten Gardepanzerarmee und
der achten Gardearmee der sowjetischen Streitkräfte am 23. April 1945
umbenannt. Auf dem Parkgelände steht ein Mahnmal für die Opfer der "Köpenicker
Blutwoche" die von der faschistischen SA im Juni 1933 ermordet wurden.
Diese von Walter Sutkowski 1969 geschaffene Stele zeigt symbolisch die zur
Faust geballte Hand eines Widerstandskämpfers, Symbol für die Kraft
des Widerstandes, der letztlich über Terror und Unmenschlichkeit triumphiert.
Am Ufer der Alten Spree kann man Enten und Schwäne füttern.
(nach oben)
Rahnsdorf
Der
am Ostufer des Müggelsees gelegene
Ortsteil hieß früher Radendorf und wurde 1375 erstmalig urkundlich
im Landbuch Kaiser Karl IV. erwähnt. Rahnsdorf war ein abgelegenes Fischerdorf,
daß sich erst gegen Ende des 19. Jahrhunderts zum Ausflugsort der Berliner
entwickelte. Ende des 19. Jahhunderts entstanden die Villenkolonien Neu-Rahnsdorf
(seit 1902 Wilhelmshagen) und Hessenwinkel (damals Luftkurort), die 1891 zu
Rahnsdorf eingemeindet wurden. Um 1900 entstand die von Spreearmen
durchzogene Kolonie "Neu-Venedig".
(nach oben)
Rathaus Köpenick
Zwischen
1901 und 1904 unter Leitung von Hugo Kinzer an derselben Stelle wie sein Vorgänger
aus dem 17. Jahrhundert entstanden. Der Bau hat stolze 632.000 Reichsmark gekostet.
Das Rathaus, wurde gebaut im Stil der damals modernen märkischen Backsteingotik,
mit einem 54 m hohen Turm, im Dreieck Rosen- Böttgerstraße und der Straße
Alt-Köpenick. 1926/1927 wurde es durch einen kurzen Trakt an der Böttcherstraße
und 1936/1939 durch einen Anbau in Richtung Schloßplatz erweitert. Besonders
hervorzuheben sind, daß schöne Treppenhaus und der repräsentative
Wappensaal, die schmiedeeisernen Jugendstil-Fenstergitter im Kellergeschoß sowie
Glasmalereien mit Motiven aus der Geschichte Köpenicks. Hier leistete
sich einst der Hauptmann von Köpenick sein Husarenstückchen. Interessierte
können sich in der ständigen Ausstellung zur "Köpenickiade" sowie
zur Geschichte und Architektur des Rathauses informieren. Hier bricht
auch jeden Sommer einmal großer Trubel aus, sobald der Hauptmann von Köpenick
mit seiner pickelbehelmten Garde aufmarschiert und den Auftakt zum Stadtbezirksfest "Köpenicker
Sommer" gibt. Mittwochs und sonnabends marschiert hier um 11.00 Uhr die
Hauptmannsgarde auf.
(nach oben)
Regattastrecke
Am 27. Juni 1880 fand erstmals eine Ruderregatta auf dem Langen
See in Grünau statt. Bis heute sind die sportlichen
Wettkämpfe eine Attraktion auf den Köpenicker Gewässern. Bei
großen Meisterschaften kamen an einem Sonntagnachmittag mehr als 50.000
Zuschauer nach Grünau. Während der XI. Olympischen Spiele im August
1936 wurde die Regattastrecke in Grünau sogar als Austragungsort für
die Wassersportdisziplinen genutzt.
Auszug aus der Festschrift 250 Jahre Grünau 1999:
"Der Bau der Regattaanlage, Regattastrasse 211, war ein
schwieriges Werk. Die sumpfigen Ufer mussten durch Aufschüttungen und
Bollwerke befestigt werden. Es entstand ein ungedeckter Tribünenbau direkt
am Wasser für 1.250 Personen, das jährlich auf- und abgebaut werden
konnte. Am 15 Juni 1883 spendete Kaiser Wilhelm I. einen Ehrenpreis als Wanderpreis,
der schon zwei Tage später ausgefahren wurde. Diese Regatta hatte nachhaltige
Wirkung, die Berliner erhielten auswärtigen Besuch und fuhren selbst zu
anderen Regattaplätzen. Der Regatta-Verein ließ die Anlage weiter
ausbauen, die Strecke wurde neu vermessen und von Start zum Ziel eine erste
Telefonleitung verlegt. Diese Berliner Regatten bei "Kaiserwetter" lockten über
50.000 Besucher nach Grünau. Die kaiserliche Yacht Alexandria erschien
in der Regel gegen 16 Uhr und ergänzte die Flaggenparade der Segler.
Ab 1898 ergänzte der Grosse Preis von Berlin das Geschehen. 1896 pachtete
der Regatta-Verein das Gelände. Ein Landvorsprung an der 1.000 Meter Ecke
wurde abgetragen und es wurde ein befahrbarer Weg bis dorthin angelegt. Wenig
später entstand dort das Sportdenkmal. 1899 wurde die erste feste Tribüne
eingeweiht. 1900, 1902,1903,1906, 1911 und 1912 wurden hier die Deutschen Meisterschaften
ausgetragen. 1914 verhinderte der Ausbruch der I. Weltkrieges die geplanten
Europameisterschaften. 1919 fand trotz Revolution und Generalstreik eine Regatta
statt. 1926-27 wurde die Regattastrecke dank Notstandsarbeiten durch Arbeitslose
begradigt. Damit kam der Regatta-Verein in den Besitz einer Anlage, die sich
für Meisterschaften und Olympiakämpfe eignete. 1920, 1923, 1929,
1930 und 1931 war Grünau wieder Gastgeber Deutscher Meisterschaften und
richtete 1922 die ersten Deutschen Kampfspiele als Ersatz für die entgangene
Olympiateilname aus.
1930 wurde von Mitgliedern des IOC auf den Langen See eine Ausfahrt mit 500
Booten durchgeführt, die nachhaltig beeindruckte und zur positiven Entscheidung
für Berlin 1936 Olympiastadt beitrugen. 1935 wurden die Europameisterschaften
im Rudern ausgetragen. Sie galt zugleich als Test für die Olympiade. Die
Ehrengäste der Olympiade 1936, auch die nationalsozialistische Führung,
verfolgten das Geschehen von der Terrasse des Hauses West aus, das heute zum
Café überbaut ist. Das Olympische Feuer war durch Schüler über
Köpenick und die Regattastraße zur Olympiastrecke gebracht worden.
Von dort aus fuhren es Kanusportler mit einen Kanadier über den See, um
es dann auf den Müggelbergen im Aussichtsteil der Bismarck-Warte für
die Dauer der Spiele lodern zu lassen. Ganz Grünau trug ein Festkleid:
Laternen waren umkänzt und bewimpelt. Ein zusätzlicher Übergang über
das Adlergestell am Bahnhof wurde geschaffen. Die Zuschauer gelangten über
eine Pontonbrücke an der Libboldallee nach Wendenschloß, wo Pioniere
für die Dauer der Olympiade eine zusätzliche Trebühne errichteten.
Der Schiffsverkehr wurde über den extra dafür gebauten Gosener Kanal
umgeleitet.
Nach 1945 sammelten Enthusiasten zwischen Stralau und Erkner verstreutes Bootsmaterial.
Sie sicherten Bootshallen und machten einen Neuanfang. 1945 bis 1950 war die
Regattastrecke von der Besatzermacht beschlagnahmt worden. Nach zum Teil freiwilliger
Aufbauarbeit der Strecke wurde zu Pfingsten 1950 zum Deutschlandtreffen die
Strecke wieder nutzbar. Zwischen 1960 - 1990 folgten 16 DDR Meisterschaften,
2. Europameisterschaft (1962, 1968), 1. Weltmeisterschaft (1966)."
(nach oben)
Salvador-Allende-Viertel
Zwischen
Salvador-Allende- und Wendenschloßstraße gelegene Hochhaussiedlung
die 1971/73 entstand und in den achtziger Jahren wesentlich erweitert
wurde. Plattenbau made in DDR der ein wenig an Hellersdorf erinnert. |
(nach oben)
Schloß Köpenick
Der
dreigeschossige Barockbau (1677-1682), auf der Schloßinsel gelegen, hatte
mehrere Vorgänger. 1682/85 folgte eine von Johann Arnold Nering erbaute
Schloßkapelle, mit eindrucksvollem Deckenstück von Giovanni Caroveri.
Im Inneren wurde es aufwendig mit Stuckarbeiten von Giovanni Caroveri und Deckenmalereien
von Jaques Vaillant gestaltet. Einer der repräsentativsten Säle des
Schlosses ist der Wappensaal. Das Schloß hat eine wechselvolle Geschichte.
So war es zeitweilig Traindepot für die preußische Armee, Staatsgefängnis,
Lehrerseminar. Seit 1963 befindet sich das Kunstgewerbemuseum darin. Der englische
Schloßpark ist auf drei Seiten von der Dahme umgeben. Er bietet einen
Blick auf den alten Kietz und auf Spindlersfeld.
Mit seinen alten schattigen Bäumen, darunter eine über 350 Jahre
alte Flatterulme sowie Schwarznuß- und Tulpenbäumen, ein Ginko-
und ein Mammutbaum sowie Magnolien und die vielen Rhododendronbüschen
und dem kleinen Schloßcafe lädt er seine Besucher zu einem kleinen
Rundgang ein. Von 1998 bis 2003 wurde das Schloß aufwendig saniert
und Ende Mai 2004 wieder eröffnet.
Die neue Dauerausstellung „Werke der RaumKunst aus
Renaissance, Barock und Rokoko“ präsentiert eine spannungsreiche Begegnung
von barockem Schloßgebäude und musealer Sammlung, die aber nicht zum
Köpenicker Schloß gehört. Unter
dem Aspekt „RaumKunst“ wird
das neue Museumskonzept Möbel und Kunstgewerbe aus Renaissance, Barock und
Rokoko präsentieren. Die Auswahl der über 500 Exponate ist durch
ihre ursprüngliche Funktion innerhalb der Wohn- und Repräsentationskultur
des 16. bis 18. Jahrhunderts im öffentlichen, privaten und höfischen
Leben bestimmt. Der Begriff „RaumKunst“ umfasst alle Bereiche der
Innenausstattung, die in früheren Zeiten als Wand- und Raumschmuck bürgerlicher
und höfischer Wohnräume dienten: Tapisserien, Lackarbeiten, Wandpaneele,
Ledertapeten, ein Kabinett mit barocken Kunstkammerschränken, Tafelaufsätze,
Porzellan und Silber.
Der barocke Dachstuhl ist ein technisches Denkmal von besonderem
Rang. Hier wird die Studiensammlung von Metallgeräten, Fayencen,
Glas und Porzellan präsentiert. Das Untergeschoss mit Resten des mächtigen
Nordost-Turms aus dem Vorgängerbau nimmt eine Abteilung zur Bau- und Siedlungsgeschichte
der Schloßinsel auf. Multimediale Erläuterungen zu Schloßgebäude
und Sammlung und ein Lesekabinett vervollständigen
das umfassende Besucherangebot.
Öffnungszeiten: Dienstag-Freitag 10.00 Uhr - 18.00 Uhr, Sonnabend-Sonntag 11.00 Uhr - 18.00 Uhr
Eintrittspreise: 4,00 Euro, ermäßigt 2,00 Euro, Donnerstags ist der
Besuch ab 14.00 Uhr frei
(nach oben)
Schmöckwitz
Die Schmöckwitzer Flur bildet die südliche Begrenzung
der Müggellandschaft. Schmöckwitz liegt mit seinen Kolonien in herrlicher
Umgebung von See und Wald auf einem hochwassersicheren, nacheiszeitlichen Dünenzug.
Die Ortsflur ist ring von Wasser umschlossen: vom Langen See, Seddinsee, Zeuthener
See, Großen Zug und Krossinsee. Ausgrabungsfundstücke liegen aus
mehreren Zeitabschnitten der Vorgeschichte vor. Demnach haben wir es auch inn
Schmöckwitz mit einem sehr alten Siedlungsplatz zu tun. Aus der mittleren
Steinzeit stammen Waffen und Werkzeuge aus Feuerstein, die auf dem Försteracker, östlich
des Langen Sees, bloßgelegt wurden; aus der jüngeren Steinzeit vielerlei
gut gearbeitete, zum Teil geschlieffene und durchbohrte Feuersteingeräte;
außerdem sind noch Funde von eigenartigen Walzenbeilen aus Schmöckwitz
zu nennen. In Rauchfangswerder kamen zwei Axt- oder Paradedolche bei Erdarbeiten
zum Vorschein, die zur älteren Bronzezeit zu rechnen sind. Aus der mittleren
Bronzezeit wurden Spiralfibeln mit Doppelkreuznadeln geborgen. Die gesamten
Funde machen das Gebiet in und um Schmöckwitz für den Vorgeschichtsforscher
ungemein interessant und lassen darauf schließen, daß sämtliche
heute besiedelten Stellen, d.h. außer dem Ort Schmöckwitz selbst
auch seine Kolonien Schmöckwitzwerder, Rauchfangswerder und Karolinenhof,
bereits seit Jahrtausenden fast ununterbrochen von Menschen bewohnt gewesen
sind.
Das heutige Alt-Schmöckwitz, hat bis heute seinen dörflichen Charakter
behalten und steht als Ensemble unter Denkmalschutz. Der Anlage nach ist es
wie Rahnsdorf mit seiner günstigen Seenlage,
ein altes wendisches Fischerdorf. Es wurde von den Slawen als Runddorf errichtet.
Durch diese Siedlungsform wurde jedem Fischergehöft eine unmittelbare
Verbindung zum Wasser ermöglicht. Auch der Name scheint wendischen Ursprungs
zu sein und kann von smokowica = Drachenbach abgeleitet werden. Im Landbuch
der Mark Brandenburg von Kaiser Karl IV. heißt es: "1375 Smekewitz
hat keine Hufe, sondern die Fischer haben seit Alters her das Recht des Fischens
an den Gewässern des Markgrafen". Außer der Fischerei betrieben
die Schmöckwitzer lange Zeit nur noch die Imkerei. Sie "haben die
Zeidelweide in der markgräflichen Heide", steht im Landbuch weiter
verzeichnet, "und müssen dafür dem Schloß Köpenick einen
Krug Honig abgeben". Das Dorf bestand damals nur aus 15 Häusern.
Bis 1751 war Alt-Schmöckwitz noch eine Insel. Noch zu Beginn des 20. Jahrhunderts
verhökerten die Fischer ihre Fänge auf Berliner Märkten. Die
ersten Spreeathener zogen Ende des vergangenen Jahrhunderts aus der Großstadt
an den Stadtrand nach Schmöckwitz. Die Schmöckwitzer Brücke,
die den Langen und den Zeuthener See trennt, ist zugleich der Südzipfel
des heutigen Bezirks Köpenick.
Um am Anfang des 20. Jahrhunderts von Berlin nach Schmöckwitz zu gelangen,
fuhr man mit einer Dampfeisenbahn bis Grünau und
von dort aus weiter mit einer elektrischen Straßenbahn, der sogenannten
Uferbahn, am Langen See entlang. Die Dampfeisenbahn bis Grünau fuhr noch
bis zum Jahre 1928, denn erst am 15.Oktober 1928 wurde der elektrische Stadtbahnbetrieb
auf den Strecken Charlottenburg-Südring-Grünau und Stralau-Rummelsburg-Grünau
aufgenommen.
Die unzureichende Verbindung zur nächsten Eisenbahnstation war für
die Gemeinde Schmöckwitz der Anlaß zur Herstellung dieser Straßenbahnverbindung
nach Grünau. Auf Grund von Protesten wurde statt der vorgesehenen elektrischen
Straßenbahn eine Benzolbahn eingerichtet. Die Bauarbeiten auf dieser
8 km lange Strecke, die der Continentalen Eisenbahn-Bau- und Betriebs-Gesellschaft
in Frankfurt am Main gehörte, waren bereits im Herbst 1911 beendet. Da
man aber im Winter keinen regen Verkehr erwartete, wurde die Inbetriebnahme
auf den März 1912 verschoben.
Für den Benzolbetrieb standen drei Benzoltriebwagen (Nr. 1-3) der Firma
Siemens und Schuckert und sechs Beiwagen (Nr. 21-26) zur Verfügung. Auf
Grund des regen Zuspruchs sah sich die Bahnverwaltung sehr schnell veranlaßt,
den Benzolbetrieb in einen elektrischen Betrieb umzuwandeln, der bereits im
Juli 1912 aufgenommen werden konnte. Da die bestellten fünf Triebwagen
nicht rechtzeitig eingetroffen waren, wurden Triebwagen der Großen Berliner
Straßenbahn mit einem Schleifbügel versehen und vorübergehend
auf der Uferbahn eingesetzt.
Im Jahre 1924 wurde die Uferbahn von der Berliner Verkehrs GmbH, einer Tochtergesellschaft
der Berliner Straßenbahn Betriebs-GmbH, gekauft und eine Tarifgemeinschaft
mit dem letztgenannten Unternehmen eingerichtet. Ein Jahr später wurde
die Uferbahn von der Berliner Straßenbahn Betriebs GmbH übernommen,
es erfolgte die Einführung von Rollenstromabnehmern, die Inbetriebnahme
einer neuen Strecke in Karolinenhof und die Verlängerung der Linie nach
Köpenick.
Die Strecke ist noch heute in Betrieb, und wird von der Straßenbahnlinie
68 befahren. Sie gehört weiterhin zu den schönsten Straßenbahnstrecken
Berlins.
Rauchfangswerder: Der Hausmann Martin Barnack aus Zeuthen kaufte 1743 rund
33 Morgen Pachtacker vom Alten Fritz. Damit begann die Besiedelung des Landstriches
Rauchfangswerder. 1830 war ein winziges Dorf ohne feste kommunale Bindung daraus
geworden. 1897 wurde dann die preußische Stadt Köpenick zuständig
und mit der Gebietsreform 1920 die Gemarkung Groß-Berlin einverleibt.
Seitdem ist die Halbinsel der südlichste Stadtteil von Berlin.
Karolinenhof: ursprünglich ein Teil der Gemeinde Schmöckwitz, entstand
in den Jahren um 1785. Die Gemeinde Schmöckwitz erhielt 1782 vom Köpenicker
Amtsforst ein 72 Hektar großes Gelände zugewiesen, auf dem ein Siedler
namens Kersten einen Bauernhof anlegte, den er nach dem Vornamen seiner Frau
Karolinenhof nannte. 1894 kaufte der Berliner Bankier Albert Schappach das
ehemalige Bauerngut und es erfolgte die Parzellierung des idyllischen Geländes.
1895 legte Schappach eine Villenkolonie an. Zu dieser Zeit war Schmöckwitz
und der Forst um Schmöckwitz schon ein beliebtes Ausflugs- und Wanderziel.
Das erste Haus von damals - in der Schappachstraße 16 - steht unter Denkmalschutz.
(nach oben)
Spindlersfeld
1873 errichteten die Brüder Karl und Wilhelm Spindler auf
einem 200 Morgen großen Gelände, dem heutigen Spindlersfeld, die
erste Großwäscherei, die "Anstalt zur chemischen Reinigung,
Wäscherei und Färberei". In Folge dessen Entstanden mehrere
Wohnhäuser in der näheren Umgebung des Werkes. Spindlersfeld liegt
auf der, der Altstadt gegenüberliegenden Uferseite der Dahme und dem,
der Dammvorstadt gegenüberliegenden Uferseite
der Spree. Die Köllnische Vorstadt liegt
ihr, durch die Oberspreestraße getrennt, gegenüber.
(nach oben)
Spree
Sie entspringt im Lausitzer Bergland (Sachsen) nahe der Grenze
zur Tschechischen Republik aus drei Quellen und mündet nach 382 Kilometern
in Berlin-Spandau in die Havel. Der Fluss ist durch einen Kanal mit der Oder
verbunden (Oder-Spree-Kanal).
Das Einzugsgebiet des Flusses umfasst etwa 10 000 Quadratkilometer. Die Spree
fließt auf dem Weg nach Norden über Bautzen und Cottbus zunächst
in den Spreewald, wo sie sich stark verzweigt. Von dort fließt die Spree
an Fürstenwalde vorbei in den Müggelsee und
erreicht nach 45,1 Kilometern durch das Berliner Kanal-und Schleusensystem
die Havel.
Da die Spree in ihrem Verlauf mehrere Seen durchfließt, ist der Abflussgang
des Flusses relativ ausgeglichen. Der Fluss fließt sehr langsam, da er
ein sehr geringes Gefälle aufweist. Zwischen Cottbus und Köpenick
sind es pro Kilometer nur 17 Zentimeter, in Berlin sogar nur noch neun. Seit
1997 legen Berlin und Brandenburg Speicherseen an, die einen Mindestzufluss
garantieren sollen.
(nach oben)
Spreetunnel
Er
verbindet Friedrichshagen mit der Kämmereiheide
am Westufer des Müggelsees. Seit 1894 überquerte
eine alte Dampferfähre an dieser Stelle den Spreeabfluß bis zu einem
für damalige Zeiten sensationellen Ereignis im Jahre 1927: Teile eines
insgesamt 120 Meter langen und 5 Meter breiten Betonrohres wurden in den Spreegrund
eingelassen und zu einem Tunnel verbunden. Es ist ein eigenartiges Gefühl,
in einer Wassertiefe von 8,5 Metern auf dem Grund der Spree zu spazieren.
(nach oben)
St. Laurentiuskirche
Sie
steht in der Köpenicker Altstadt. 1838 war ihr mittelalterlicher,
um 1245 errichteter Vorgängerbau aus Feldsteinen wegen starker Einsturzgefahr
abgerissen worden. Die Bauarbeiten für die heutige Kirche mit ihrem
65 m hohen Turm (Köpenicker Rathaus 54 m) begannen am 18. Juni 1838.
Die Kirche wurde nach Entwürfen des Baumeisters Butzke errichtet.
Die alten Granitquader der Vorgängerkirche dienten dabei als Fundament.
Es entstand ein rechteckiger Backsteinbau mit Rundbogenfenstern. Am 31.Mai
1841 wurde die Kirche schließlich in Anwesenheit von König
Friedrich Wilhelm IV. und seiner Frau Elisabeth feierlich eingeweiht.
Die Kirche kann von Juni bis September immer samstags und sonntags
zwischen 13 Uhr und 17 Uhr besichtigt werden. (Telefon 655 70 68) |
(nach oben)
Teufelssee
Der
Teufelssee, ist ein aus der Eiszeit stammendes Hochmoor. Seinen Namen verdankt
er jemandem der in grauer Vorzeit hier einen Altar des Teufels gesehen haben
will. Rund um den See führt ein Naturlehrpfad drei Kilometer über
moorigen Untergrund. An den Ufern des Sees gibt es seltene Pflanzen und Gewächse
zu entdecken, beispielsweise den hohen, quergefächerten Wurzelstock des
Wasserschierlings, leuchtende Teichrosen in Rot und Weiß, funkelnden
Sonnentau. Viele Pflanzen, Bäume und Sträucher entlang des Lehrpfades
sind mit kleinen Schildern versehen, auf denen alles Wissenswerte verzeichnet
ist. Dieser nur 1,6 ha große See (der kleinste Köpenicks) ist von
Sagen umwoben: Ein verwunschenes Schloß soll an dieser Stelle versunken
sein. Eine andere Version berichtet von einem Schloßfräulein, das,
von einem Jäger verfolgt, in den See gegangen sei und bis auf den heutigen
Tag noch auf ihren Erlöser wartet.
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Treptow-Köpenick
Treptow-Köpenick ist mit 168,4 km2 flächenmäßig der größte Bezirk Berlins und somit beispielsweise eineinhalb mal so groß wie Paris (105 km2) . Die Gesamtlänge der öffentlicher Straßen beträgt in Treptow-Köpenick 623 km. Etwa drei Viertel des riesigen Areals bestehen aus Wasser, Wald und Parks. Köpenick und Treptow decken somit fast ein Fünftel des gesamten Berliner Stadtgebiets ab. Die Bevölkerungsdichte ist dabei mit 1 362 Einwohnern je km2 die niedrigste aller Berliner Stadbezirke.
Am 01.01.2001 verschmolz Köpenick im Rahmen der Berliner Bezirksreform, mit Treptow zum Großbezirk Treptow-Köpenick.Treptow steuerte acht Ortsteile zur Fusion bei: Adlershof, Altglienicke, Alt-Treptow, Plänterwald, Baumschulenweg, Bohnsdorf, Johannistahl und Niederschöneweide. |
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Volkspark
Der
wegen seines Einflußes auf das Stadtbild unter Denkmalschutz stehende
Park entstand 1926 nach Plänen des Berliner Gartenbaudirektors Erwin
Barth. Er liegt gegenüber
dem Krankenhaus Köpenick in Richtung Altstadt. Der Volkspark Köpenick
liegt im Dreieck zwischen Müggelheimer Damm, Pablo-Neruda-Straße
und dem Städtischen Krankenhaus, nicht weit von der Köpenicker
Altstadt entfernt. An der Ostseite wurden Schmuckpflanzungen
aus Zierrasen und Staudenrabatten angelegt. Vor einigen Jahren wurde hier
ein neuer Brunnen errichtet. Leider ist dieser an Häßlichkeit kaum zu
übertreffen. Der Originalbrunnen (siehe Galerie mit historischen Aufnahmen Köpenicks) wurden zu DDR-Zeiten
in einer "Nacht und Nebel-Aktion" demontiert und steht heute am Hackeschen Markt in
der Berliner Innenstadt. |
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Wendenschloß
Wendenschloß liegt in südlicher Richtung etwa 3,5
km von der Altstadt Köpenick entfernt, am Ufer des Langen Sees. Der frühere
Name von Wendenschloß war Eichhorn. In Wendenschloß gab und gibt
es leider kein Schloß. 1516 wurde das Eichhorn erstmals urkundlich erwähnt.
Der Wald wurde als Jagdgebiet und die Gewässer wurden zum Fischfang genutzt.
Ansiedlungen gab es nicht. Um 1870 werden die Wälder der Müggelberge immer
mehr zur Erholung genutzt. Durch den 1866 in Betrieb genommene Haltepunkt Grünau der
Eisenbahnstrecke Berlin - Görlitz und die Einrichtung der Fähre 1870
von Grünau zum Eichhorn wurden die Müggelberge besser erreichbar.
Fährmann Wöse eröffnete dann am Eichhorn auch die erste Restauration
in diesem Waldgebiet - die Waldgaststätte Wendenschloß. 1889 wurde
die Uferpromenade entlang des Langen Sees gebaut. Ab 1892 begann die Bebauung
des Eichhorn mit einer Villenkolonie. 1903 wurde eine Straßenbahnlinie
vom Schloßplatz Cöpenick bis zur Villenkolonie eingerichtet. Der
Magistrat von Cöpenick beschließt 1905 den Namen "Villencolonie
Wendenschloß". 1905 bis 1906 wurde die Gaststätte Schmetterlingshorst
gebaut. 1914 wurde das Freibad in Wendenschloß eröffnet, das im
2. Weltkrieg durch Bombenangriffe total zerstört und später wieder
aufgebaut wurde. In der Waldgaststätte Wendenschloß war zeitweilig
das Hauptquartier des Oberkommandierenden der Sowjetischen Streitkräfte
in Deutschland, Marschall G. K. Shukow, untergebracht. Am 5. Juni 1945 kam
es hier zu einem Treffen mit den Oberkommandierenden der alliierten Armeen
General Eisenhower, Feldmarschall Montgomery sowie General de Lattre de Tassigny.
An diesem Tag wurde im Saal der Waldgaststätte die Deklaration über
die Niederlage Deutschlands und die Übernahme der höchsten Autorität
durch die Regierungen der vier alliierten Staaten unterzeichnet. Die Waldgaststätte
Wendenschloß, später Gaststätte Freundschaft, wurde inzwischen
abgerissen.
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